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Schlüsseldienst-Preise: Wie ist die aktuelle Marktsituation?

Die Schlüsseldienst-Branche hat einen schlechten Ruf in Deutschland. Die Dienstleistungen eines Schlüsseldienstes gelten als sehr teuer und der Markt als undurchsichtig. Auf der einen Seite stehen die kleinen lokalen Schlüsseldienst mit einem Ladenlokal im Ort. Dem gegenüber stehen die großen Schlüsseldienst-Zentralen, welche überregional oder sogar deutschlandweit tätig sind.

Ob ein Anbieter aus der Nähe kommt oder nicht, ist kaum zu durchblicken, da die großen Schlüsseldienst-Zentralen den Kunden oftmals im Glauben lassen, sie seien ein ortsansässiger Anbieter. Ihre Werbung ist aufgebaut, wie von einem lokalen Schlüsseldienst. Oft sogar mit einer falschen Adresse, einem nicht existierenden Ladenlokal und einer lokalen Rufnummer, welche in ein Call-Center weitergeleitet wird. Im ZuAuf-Branchenbuch haben diese Unternehmen keine Möglichkeit einen Eintrag zu bekommen. Jede Adresse und jedes Ladenlokal wird persönlich verifiziert.

Wie kommen die Schlüsseldienst-Preise zustande?

Die Schlüsseldienst-Preise variieren sehr stark von Anbieter zu Anbieter. Ein lokaler Schlüsseldienst hat eine andere Kostenstruktur wie eine überregionale Schlüsseldienst-Zentrale.

Jedoch haben alle Schlüsseldienste mit sehr hohen Kosten für Marketing und Werbung zu kämpfen. In der Regel setzen sich diese Kosten aus verschiedenen Medien zusammen. Die Medien lassen sich in folgende 4 Hauptbereiche einteilen:

Print-Medien

Die Print-Medien sind die klassische Methode zu werben. In regelmäßigen Abständen werden die Bücher an sämtliche Haushalte in Deutschland verteilt. Gerade die älteren Generationen vertrauen diesen Medien. Die bekanntesten Anbieter mit der größten Reichweite in diesem Bereich sind:

  • Gelbe-Seiten
  • das Telefonbuch
  • das Örtliche

Diese Verlage sind in Deutschland regional aufgestellt. Das bedeutet, je nach Region weichen die Anforderungen und Preise für Werbeanzeigen ab. Insbesondere in der Schlüsseldienst-Branche sind die Preise für Anzeigen in diesen Medien sehr kostenintensiv. Des Weiteren machen die Verlage sich nicht die Mühe die Unternehmen zu verifizieren. Das bedeutet, diese Medien sind übersät von Einträgen, welche die Ortsansässigkeit nur suggerieren. Die Einführung von Prüfkriterien würde die Qualität dieser Medien enorm steigern, jedoch würde es die Einnahmen der Verlage reduzieren und die Ausgaben erhöhen. Aus diesem Grund haben die Verlage kein großes Interesse an diesen Änderungen.

Adwords Kampagnen

Die Adwords-Kampagnen sind die bezahlten Anzeigen in den Google Suchergebnissen. Diese Anzeigen befinden sich über und neben den normalen Suchergebnissen.

Abb.: Bezahlte Adwords-Anzeigen in den Google Suchergebnissen

Möchte ein Schlüsseldienst dort erscheinen muss er ein Gebot abgeben. Das Gebot definiert den Preis pro Klick, welcher der Schlüsseldienst-Anbieter bereit ist zu bezahlen, um angezeigt zu werden. Das bedeutet, für jeden Klick auf seine Werbeanzeige zahlt der Schlüsseldienst Summe X. Der finale Preis ergibt sich entsprechend durch die Konkurrenz. In der hart umkämpften Schlüsseldienst-Branche kann der Preis bis zu 50 Euro/Klick betragen.

Online Branchenbücher

Die Online Branchenbücher stellen ein weiteres Werbemedium dar. Hier sind, wie bei Print-Medien, folgende Branchenbücher führend:

  • Gelbe-Seiten
  • das Telefonbuch
  • das Örtliche

Jedoch gibt es sehr viele andere Branchenbücher mit kleinen Reichweiten. In der Regel lassen sich in allen Branchenbücher Gratis-Eintragungen machen. Oftmals sind diese aber zeitlich begrenzt und werden danach kostenpflichtig. Oder es werden Premium-Eintragungen angeboten, welche in den Suchergebnissen oben stehen. Das Problem dieser Branchenbücher ist ebenfalls, dass kostenpflichtige Einträge an Unternehmen verkauft werden ohne diese vorher genau zu prüfen und zu verifizieren. Die Branchenbücher sind gefüllt mit gefälschten Eintragungen. Sucht man auf gelbeseiten.de einen Schlüsseldienst in Berlin, so bekommt man eine Auswahl an rund 300 Schlüsseldiensten. Dieses Suchergebnis steht in keinerlei Relation zur Realität.

Webseiten in den Google-Suchergebnissen

Heutzutage ist es nahezu unumgänglich, als Unternehmen seine eigene Webseite zu haben. Jedoch ist eine Webseite nur etwas wert, wenn die potentiellen Kunden sie auch finden. Dafür ist es notwendig, gut in den Google-Suchergebnissen vertreten zu sein. Dies wird durch die Suchmaschinenoptimierung realisiert, kurz genannt SEO (search engine optimization). Beim SEO werden die Webseiten der Unternehmen dahingehend optimiert, dass sie in den Google- Suchergebnissen möglichst weit oben auftauchen und möglichst viele Kunden auf die Webseiten kommen. In der Schlüsseldienst-Branche ist ein wahrer SEO-Krieg ausgebrochen. Top Marketing-Agenturen werden engagiert, um die eigenen Webseiten möglichst gut zu positionieren. In Gegensatz zu den Adwords-Kampagnen sind die Anzeigen in den Suchergebnissen umsonst, jedoch müssen die Schlüsseldienste in Personal oder Dienstleistungen für diesen speziellen Bereich der Werbung investieren. Um ein bei einen Suchbegriff wie „Schlüsseldienst Berlin“ gefunden zu werden, muss eine Webseite rund ein Jahr lang optimiert werden.

Schaut man sich diese 4 Bereiche der Werbemedien an, so wird deutlich mit welchen Kosten die lokalen und die überregionalen Schlüsseldienste zu kämpfen haben. Die Schlüsseldienst-Zentralen bieten zudem noch einen 24 Stunden-Service an. Dadurch stehen weitere Kosten für die Bereitschaft der Monteure und die Mitarbeiter im Call-Center. Ein lokaler Schlüsseldienst hat die Kosten für das Ladenlokal.

Warum ist die Preisgestaltung mancher Schlüsseldienste so undurchsichtig?

Viele Schlüsseldienste bieten Ihre Dienstleistungen nicht zu Festpreisen an. Sie möchten eine Preistransparenz bewusst vermeiden. Der Kunde soll zuerst die Dienstleistung in Auftrag geben. Ist der Monteur dann beim Kunden vor Ort, kann in der Regel ein höherer Preis verlangt werden, ohne dass der Kunde den Auftrag storniert. Oftmals hat der Kunde schon lange vor seiner Tür gewartet und akzeptiert in dieser Situation hohe Kosten für die Türöffnung. Desweiteren werden durch hohe Berechnungen für Anfahrt und Material der Preis in die Höhe getrieben.

Wie können die Schlüsseldienst-Zentralen dauerhaft die hohen Schlüsseldienst-Preise berechnen?

Dies hat mehrere Gründe. Zum einen arbeiten die Schlüsseldienst-Zentralen mit Subunternehmern, die für die Türöffnung beauftragt werden. Dadurch entziehen sich die Zentralen der rechtlichen Haftung gegenüber dem Kunden. Zum anderen wird die Rechnung oftmals unter anderem Namen ausgestellt, so dass es dem Kunden schwer gemacht wird, rechtliche Schritte einzuleiten.

Obwohl es regelmäßig zu gerichtlichen Anklagen kommt, kann der Tatbestand von Wucher nur selten nachgewiesen werden. Das liegt daran, dass Wuchers nicht gesetzlich bemessen ist, sondern in Bezug zum durchschnittlichen Marktpreis steht. Ist dieser durch die Kostenstruktur der Schlüsseldienst-Zentralen soweit in die Höhe getrieben worden, dass mehrere hundert Euro als durchschnittlicher Schlüsseldienst-Preis angesehen werden, dann liegt kein Wucher vor.